Schwangerschaft und die Cholin-Versorgung

Cholin in der Schwangerschaft, zur Vermeidung von Neuralrohrdefekte

Neuralrohrdefekte (NRD) werden Fehlbildungen genannt, die während der Embryonalentwicklung entstehen. Es kommt zu einem unvollständigen Verschluss des Neuralrohrs. Am häufigsten kommen dabei die Anenzephalie und die Spina bifida aperta vor. Bei der Anenzephalie entwickeln sich wesentliche Teile des Gehirns, der Hirnhäute oder der darüber liegenden Schädelknochen oder Haut nicht. Die Spina bifida aperta beschreibt eine unterschiedlich stark ausgeprägte Fehlbildung im Bereich der Wirbelsäule.[1] Zur Reduktion des Risikos für Neuralrohrdefekte ist bereits Folsäure bestens bekannt. Dennoch treten Neuralrohrdefekte trotz einer Supplementierung von Folsäure auf. In einer Studienarbeit von Shaw et al. wurden deshalb im Jahr 2009 weitere Nährstoffe hinsichtlich der Beeinflussung des Risikos für Neuralrohrdefekte untersucht. Die Forschergruppe untersuchte die Daten von mehr als 180.000 schwangeren Frauen in Kalifornien, aus den Jahren 2003 bis 2005. Dabei identifizierten sie 80 Neuralrohrdefekte betroffene Schwangerschaften. Weiterhin beobachteten die Forscher ein erhöhtes Risiko für Neuralrohrdefekte in Verbindung mit einem niedrigen Gesamtcholinwert und im Gegensatz dazu ein reduziertes Risiko bei höheren Cholinwerten. Folglich kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass ein niedriger Cholinwert ein Risikofaktor für Neuralrohrdefekte darstellt und ein höherer Cholinwert als Schutzfaktor gegen Neuralrohrdefekte wirke.[2] Darüber hinaus wurde in einer Vielzahl von experimentellen Forschungsarbeiten eine neuroprotektive Wirkung (Schutz vor neuronalen Schäden) von Cholin belegt. Die Forscher Blusztajn, Slack und Mellott kommen daher in ihrer Studie, aus dem Jahr 2017 zu dem folgenden Fazit.



Die bisher verfügbaren wissenschaftlichen Belege zeigen deutlich, dass eine angemessene Cholinaufnahme während der Schwangerschaft und während des gesamten Lebens ein wichtiger Faktor für die Gehirnentwicklung, die kognitive Leistungsfähigkeit bei Erwachsenen sowie die Resistenz gegen kognitivem Verfall (durch und neurodegenerativen Erkrankungen) ist.[3]

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Quellen:

[1] Wikipedia Autoren (2016): Neuralrohrdefekt. Wikipedia. Abgerufen auf: de.wikipedia.org

[2] GM Shaw et al. (2009): Choline and risk of neural tube defects in a folate-fortified population. Epidemiology. 2009 Sep;20(5):714-9. doi: 10.1097/EDE.0b013e3181ac9fe7.

[3] Jan Krzysztof Blusztajn, Barbara E. Slack und Tiffany J. Mellott (2017): Neuroprotective Actions of Dietary Choline. Nutrients. 2017 Aug; 9(8): 815. Published online 2017 Jul 28. doi:  10.3390/nu9080815

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