Leber – ein Cholinmangel kann zur Fettleber führen

Cholin für die Lebergesundheit, gegen Lebererkrankungen und zur Entgiftung der Leber

Für viele Körperfunktionen ist Cholin ein wichtiger Nährstoff. Besonders wichtig ist Cholin dabei für die Gesundheit der Leber. Ohne diesen Nährstoff können Fette in die Leber gelangen und dort eingeschlossen werden. An dieser Stelle blockieren die Fette anschließend den Stoffwechsel. Es kann zudem zu einer gefährlich hohen Ansammlung von Fett in der Leber führen. Dies wiederum kann zu Nierenerkrankungen, Gelbsucht und einem hohem Cholesterinspiegel sowie Arteriosklerose führen. Um dies zu verhindern oder zu behandeln sollte Cholin vorwiegend durch natürliche Quellen eingenommen werden, z.B. durch Bio-Eier, Bio-Leber, Weizenkeime usw. Aber auch Nahrungsergänzungsmittel eignen sich gut, um den Cholingehalt im Körper zu erhöhen und dadurch der gefährlichen Ansammlung von Fett in der Leber zu senken und das Risiko für Lebererkrankungen zu senken. Bei Leberstörungen, wie Zirrhose, Hepatitis und toxischen Leberschäden kann Cholin beispielsweise zur Behandlung bzw. als Ergänzung eingenommen werden. Empfohlen wird dabei eine Dosis von dreimal täglich 350 bis 500mg. Zur Senkung des Cholesterins können sogar dreimal täglich 500 bis 900mg eingenommen werden. [1] In Studien hat sich insbesondere Phosphatidylcholin als besonders vorteilhaft für die Leber erwiesen sowie zur Reduktion von Fettansammlungen aus der Leber, Darüber hinaus zeigte sich in Studien eine schützende Wirkung von Phosphatidylcholin gegen Schäden, die durch Gifte, Alkohol und Drogen verursacht werden sowie als notwendig für einen gesunden Fettstoffwechsel. Bereits im Jahr 1990 wurde in einer Studienarbeit die Gegebenheit beschrieben, dass Fette tatsächlich ohne Cholin (Phosphatidylcholin) dazu neigen, sich in der Leber anzusammeln, was wiederum zu einer sogenannten „fettigen Degeneration“ und Blockierung der normalen metabolischen Funktionen führt.[2]

 

Wirkung von Cholin auf die Blutfettwerte, den Cholesterinspiegel

Cholin ist insbesondere bei einer Fettleber wichtig, da Cholin für die Synthese von Phosphatidylcholin benötigt wird. Phosphatidylcholin ist wiederum eine wesentliche Komponente von Very low densitiy lipoprotein (VLDL). VLDL ist ein wichtiger Bestandteil des Blutplasmas und dient dazu die Fette (Triglyceride und Phospholipiden) sowie das Cholesterin von der Leber zu den Geweben zu transportieren. Während dieses Transports wandelt sich, durch die Abgabe der Triglyceride das VLDL in LDL (Low densitiy Lipoprotein) um. Wenn dem Körper Cholin fehlt, verbleiben Fette und Cholesterin vermehrt in der Leber und gelangen nicht ins Blut. Daher ist es notwendig für eine genügende Cholinzufuhr zu sorgen, damit der effiziente Transport von Lipiden aus der Leber ins Blut und folglich zu den Geweben ermöglicht wird. Idealerweise werden Fette effizient aus dem Blut entfernt, so dass die Zellen sie energetisch nutzen können und fettlösliche Vitamine, welche mit ihnen transportiert werden, für alle wichtigen Prozesse verwenden können. Diese Fett-Säuberung ist insbesondere von dem Insulin und Schilddrüsenhormon abhängig. Wenn diese Fette nicht effizient entfernt werden, können die mehrfach ungesättigten Fettsäuren beginnen zu oxidieren (dies ist für die Blutgefäße toxisch). Anschließend bildet das Immunsystem das atherosklerotische Plaque, was anfangs schützend wirkt, aber schließlich zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall beitragen kann. Experten zufolge kann das Cholin die Serum-Triglyceride (Blutfette) durch die Heilung der Fettleber erhöhen. Das Cholin erhöht das Serum-Cholesterin und Triglycerid durch die Verhinderung der Akkumulation in der Leber. Ein Cholinmangel hingegen verhindert, dass die Leber das Fett in das Blut abgibt. Weiterhin äußern Experten, dass wenn Leute einen Cholinmangel haben, viel Fett und Cholesterin in der Leber verbleiben. Wenn sie zudem insulinresistent und leptinresistent sind, verbleiben die Fette und das Cholesterin (was es aus der Leber hinaus schafft) im Blut, bis es eventuell oxidiert und vom Immunsystem durch eine atherosklerotische Plaque entfernt wird. Einige Studien belegen, dass die Behandlung einer Fettleber mit Cholin oder Betain(Cholin ist ein Vorläufer von Betain) die Blutfettwerte erhöhen können. Cholin wird wahrscheinlich bei den meisten Menschen die Triglyceride im Blutplasma erhöhen, die Wirkung auf den Cholesterinspiegel hängt hingegen vom Verdauungssystem der jeweiligen Person und der Aktivität der Enzyme ab, die an der Säuberung des Cholesterins aus dem Blut beteiligt sind. Der Effekt, der erhöhten Blutfette sollte vermutlich während der Reinigung der Leber vorrübergehend sein und um Laufe der Zeit sollte das Fett vom Körper richtig eingelagert oder verbrannt werden. Allerdings sollten die Leberfettwerte (und Blutfette) überwacht werden, wenn diesbezüglich die Ernährung umgestellt wird bzw. Cholin supplementiert wird. Leberfett wiederum kann durch ein entsprechendes MRT oder Ultraschall gemessen werden. Zusammengefasst ist es notwendig die Blutfette zu beachten aber die Gründe, für erhöhte Blutfette können teils unterschiedliche Ursachen haben. Hohes Cholesterin im Blutplasma ist nicht per se problematisch. Eine Zunahme der Blutfette im Serum-Plasma kann gut oder schlecht sein, je nachdem, welche Prozesse im Körper ablaufen bzw. was im Körper heilen muss und ob die derzeitige Ernährung heilend ist.[3] [4]


Hepatitis C

Niederau et al. erforschten im Jahr 1998 im Rahmen einer Doppelblindstudie die Wirkung von mehrfach ungesättigtem Phosphatidylcholin und Interferon alpha zur Behandlung von chronischer Hepatitis B und C. In der Studie absolvierten 176 Patienten das Studienprotokoll, davon 92 in der Gruppe, welche mit Phosphatidylcholin (PPC) behandelt wurden und 84 in der Placebo-Gruppe. Bei 71% der Patienten, welche mit PPC behandelt wurde, wurde eine biochemische Reaktion beobachtet. Bei der Placebo-Gruppe hingegen nur bei 56% der Patienten. Bei Patienten mit Hepatitis C erhöhte PPC die Ansprechrate signifikant (71%), gegenüber der Ansprechrate der Placebo-Gruppe (51%). Im Gegensatz dazu kam es bei den Patienten mit Hepatitis B nicht zu einer veränderten biochemischen Reaktion. PPC beschleunigte nicht die Elimination von HBV-DANN, HBeAg und HCV-RNA. Daher kamen Niederau et al. zu der Schlussfolgerung, dass PPC bei Patienten mit chronischer Hepatitis C in Kombination mit Interferon und nach Beendigung von Interferon empfohlen werden kann, um eine hohe Rückfallrate zu reduzieren. Für Patienten mit chronischer Hepatitis B kann PPC allerdings nicht empfohlen werden. Im Gegensatz zu Interferon und anderen antiviralen Wirkstoffen ist bietet PPC weniger Risiken und wird von den Patienten sehr gut toleriert.[5]


Cholin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Forscher Rajaie und Esmaillzadeh führten im Jahr 2011 eine Studie aus zur Überprüfung eines Zusammenhangs einer Cholin- und Betain-Supplementierung mit dem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass ein langfristiger Konsum der Nährstoffe „Cholin“ oder „Cholin & Betain“ die Sterberate durch eine Herz-Kreislauferkrankung reduziert, durch eine Verringerung von Entzündungen sowie anderer Risikofaktoren.[6]

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Quellen:

[1] Elizabeth Walling (2011): Choline restores liver health. Natural News. Abgerufen auf: www.naturalnews.com

[2] O.V. (2011): Liver Detox – How You Can Lose Weight. The Daily Health. Abgerufen auf: thedailyhealth.co.uk

[3] Christ Masterjohn (2010): Why Is My Cholesterol So High On This Diet? Abgerufen auf: www.westonaprice.org

[4] Wikipedia-Autoren (2016): Very Low Densitx Lipoprotein. Wikipedia Eintrag. Abgerufen auf: de.wikipedia.org

[5] C. Niederau et al. (1998): Polyunsaturated phosphatidyl-choline and interferon alpha for treatment of chronic hepatitis B and C: a multi-center, randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Leich Study Group. Hepatogastroenterology. 1998 May-Jun;45(21):797-804.

[6] Somayeh Rajaie und Ahmad Esmaillzadeh (2011): Dietary Choline and Betaine Intakes and Risk of Cardiovascular Diseases: Review of Epidemiological Evidence. ARYA Atheroscler. 2011 Summer; 7(2): 78–86.

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