Wissenswertes zum essenziellen Nährstoff Cholin

Cholin Wirkung auf das Gehirn, Gedächtnis und mehr

Wirkung von Cholin

Cholin ist nicht wirklich ein Mineral oder Vitamin, sondern ein Mikronährstoff, der für diverse biologische Funktionen im Körper wichtig ist. Darunter zählen unter anderem…

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Bedarf an Cholin

Wieviel Cholin pro Tag benötigt der Körper? Hier erfahren Sie mehr über den täglichen Bedarf, empfohlene Aufnahmemengen und Faktoren, die den Tagesbedarf beeinflussen.

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Cholinmangel

Ein Cholinmangel kann Organschäden verursachen. Erfahren Sie mehr über Symptome eines Mangels, Risikofaktoren und die Reduzierung sowie Verhinderung von Mangelsymptomen.

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Anwendungsgebiete

Cholin wird unter anderem angewendet bei Lebererkrankungen, zur Entgiftung der Leber, bei hohem Cholesterinspiegel, während der Schwangerschaft für die normale Gehirnentwicklung des Embryos, zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion…

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Quellen

Der Körper kann Cholin zwar selbst herstellen, um dem Bedarf des Körpers gerecht zu werden, muss es aber auch über die Nahrung aufgenommen. Ergänzungsmittel dabei von Nutzen sein oder therapeutisch eingesetzt werden.

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Nebenwirkungen

Die Einnahme von Cholin gilt laut Experten in einer angemessenen Dosierung für die meisten Erwachsenen als sicher. Es können aber auch Nebenwirkungen auftreten, wie z.B. Schwitzen, ein fischiger Körpergeruch, Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Reaktionen.

Die Geschichte von Cholin

Die Geschichte des Cholins beginnt mit dem deutschen Wissenschaftler Adolph Strecker, der diese Substanz zuerst im Jahr 1849 entdeckte. Aber erst 13 Jahre später, im Jahr 1862, wurde es von Adolph Strecker charakterisiert und benannt, als er Lecithin aus einer Schweinegalle erhitzte und damit eine stickstoffhaltige Chemikalie erzeugte, der er den Namen Cholin gab (von dem altgriechischen Wort für Galle „cholé“). Lecithin wiederum wurde 12 Jahre zuvor von Theodore Gobley entdeckt, der die Substanz nach dem griechischen Wort für Eigelb („Lekithos“) benannte.

Drei Jahre nach der Entdeckung von Adolph Strecker, im Jahr 1865, wurde von Oscar Liebreich eine bisher unbekannte Substanz im Gehirn entdeckt, die er Neurin nannte. Allerdings wurde später festgestellt, dass es sich bei Cholin und Neurin um dasselbe Molekül handelt, weswegen der Name von Gobleys entdeckte Substanz im Gehirn angepasst wurde und ebenfalls in Cholin umbenannt wurde. Zuerst synthetisiert wurde es, unabhängig voneinander von den beiden Wissenschaftlern Adolf Baeyer (1866) und Charles Adolphe Wurtz (1867).

Seine Funktion als Teil des Neurotransmitters Acetylcholin wurde hingegen von den Wissenschaftlern Otto Loewi und Henry Dale bestimmt. Dass es eine Fettleber verhindern kann, zeigte der Wissenschaftler Charles Best in den 1930er Jahren bei Hunden und Ratten.

Für einige Tiere ist die Aufnahme von Cholin mit der Nahrung essenziell. Der Mensch hingegen kann es bei adäquater Versorgung des Körpers mit den Aminosäuren, besonders Lysin und Methionin, selbst bilden.

Früher galt Cholin als Vitamin und wurde als Vitamin B4 bezeichnet, obwohl bereits bekannt war, dass die Verbindung vom menschlichen Organismus synthetisiert werden kann.

Im Jahr 1998 wurde es vom Institute of Medicine (IOM) offiziell als essenzieller Nährstoff anerkannt. Zugleich wurden vom IOM Referenzwerte (bzw. eine empfohlene Tagesdosis) veröffentlicht. Aktuell wird es daher als „vitaminähnliche Substanz“ klassifiziert.

Gemäß des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) ist Cholin ebenfalls im eigentlichen Sinne kein Vitamin, aber ein essenzieller Nährstoff, der durch den Körper zwar zum Teil in kleinen Mengen synthetisiert werden kann, aber primär mit der Nahrung aufgenommen werden muss, damit der Mensch die für seine Gesundheit benötigte Cholin-Menge bekommt.

Beim individuellen Bedarf von Cholin in der Ernährung gibt es allerdings erhebliche Unterschiede (signifikante Variationen). Diese Unterschiede im Ernährungsbedarf werden in der Forschung durch die häufigen genetischen Variationen erklärt (genetische Polymorphismen).

Aufgrund seiner weitreichenden Rolle im menschlichen Stoffwechsel wird angenommen, dass ein Cholinmangel Auswirkungen auf diverse Krankheiten hat. Cholin kommt zwar in vielen Lebensmitteln vor, die Cholin-Aufnahme in der Bevölkerung wurde aber von Wissenschaftlern nach entsprechenden Studien auf diesem Gebiet als „nicht optimal“ bewertet. Neuere Forschungsarbeiten thematisieren daher Ernährungsrichtlinien, die die Aufnahme von cholinreichen Lebensmitteln fördern können und enträtseln die Rolle der genetischen Polymorphismen bei der Festlegung des Ernährungsbedarfs.1 2 3 4 5 6

Quellen:

[1] Steven H. Zeisel (2012): A brief history of choline. Ann Nutr Metab. 2012;61(3):254-8. doi: 10.1159/000343120. Epub 2012 Nov 26. DOI: 10.1159/000343120
[2] Wikipedia-Autoren: Wikipedia-Eintrag zu Cholin. Abgerufen auf: https://de.wikipedia.org/
[3] Steven H. Zeisel und Kerry-Ann da Costa (2009): Choline: An Essential Nutrient for Public Health. Nutr Rev. Author manuscript; available in PMC 2009 Nov 25. doi: 10.1111/j.1753-4887.2009.00246.x
[4] O.V. (1998): Dietary Reference Intakes for Thiamin, Riboflavin, Niacin, Vitamin B 6, Folate, Vitamin B 12, Pantothenic Acid, Biotin, and Choline. Washington (DC): National Academies Press (US); 1998. DOI: 10.17226/6015
[5] O.V.: Cholin und Phosphatidylcholin (Lecithin). Deutsches Grünes Kreuz e.V. Abgerufen auf: https://dgk.de/
[6] Linnea Mathies: Cholin. DocCheck Flexikon. Abgerufen auf https://flexikon.doccheck.com/

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